Pressemitteilung der NAKOS vom 26.01.2026

Mit Beleidigungen, Abwertungen und gezielten Angriffen haben bereits viele Selbsthilfekontaktstellen Erfahrungen gemacht. Auf der AOK Selbsthilfe-Fachtagung „Gemeinsam gegen Hass“ am 15. Januar 2026 machte Peggy Heinz, stellvertretende Geschäftsführerin der NAKOS, deutlich, vor welchen Herausforderungen Selbsthilfegruppen und Mitarbeitende in Selbsthilfekontaktstellen stehen und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, um ihnen wirksam zu begegnen.
Menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen machen auch vor der gemeinschaftlichen Selbsthilfe nicht halt. Eine bundesweite NAKOS-Befragung von 140 Selbsthilfekontaktstellen aus dem Frühjahr 2024 zeigte: Jede zweite Einrichtung hat Vorfälle erlebt oder davon gehört. Dazu zählen beispielsweise Bedrohungen und Rassismus sowie die Beleidigung von Personen aufgrund von unterschiedlichen Anschauungen. Doch Selbsthilfe lebt von Vertrauen und steht für gelebte Demokratie, Vielfalt und gegenseitige Unterstützung, betonte Peggy Heinz. Um dieses Vertrauen zu erhalten sei es wichtig, mit klaren Strukturen und Vereinbarungen für Sicherheit und einen zuverlässigen Rahmen zu sorgen.
Die Tagung machte deutlich, dass digitale und analoge Gewalt zunimmt. In den Redebeiträgen der weiteren Referierenden wurde klar, dass besonders junge Frauen, Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund und Menschen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung betroffen sind. Eine weitreichende Folge ist der Silencingeffekt: Viele der Internetnutzer*innen trauen sich seltener, ihre (politische) Meinung im Netz zu sagen – aus Angst vor Hass und Hetze. Dieser Verstummungseffekt ist auch in der Selbsthilfe bekannt. Peggy Heinz verdeutlichte deshalb noch einmal: Eine klare Haltung wirkt präventiv und Vorfälle können durch Sensibilisierung reduziert werden.
Organisatorin Claudia Schick vom AOK-Bundesverband resümierte: „Die Tagung hat gezeigt, dass es nicht nur ein Thema innerhalb der Bubble der Selbsthilfe ist, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft und damit unseren gesamten Versorgungsauftrag als Krankenkassenverband.“
Quelle und weiterlesen unter: https://www.nakos.de/aktuelles/nachrichten/key@10918
