70 Jahre ARGE Krebs: Jubiläumssymposium blickt auf die Zukunft der Krebsversorgung

PRESSEMITTEILUNG:

70 Jahre ARGE Krebs: Jubiläumssymposium blickt auf die Zukunft der Krebsversorgung

„Leben mit und nach Krebs“: Fachleute aus Politik, Medizin und Gesundheitswesen diskutieren über medizinischen Fortschritt, integrierte Versorgung und die Rolle der Rehabilitation

Wie verändert der medizinische Fortschritt die Versorgung von Menschen mit und nach einer Krebserkrankung? Welche Anforderungen ergeben sich daraus für Rehabilitation und Nachsorge? Und wie kann eine hochwertige Versorgung auch unter veränderten Rahmenbedingungen sichergestellt werden? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des Jubiläumssymposiums der Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung (ARGE Krebs) am 11. September 2026 in Bochum. Anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens hatte die ARGE Krebs unter dem Motto „Leben mit und nach Krebs“ Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medizin, Sozialversicherung und Gesundheitswesen eingeladen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann würdigte die ARGE Krebs in seiner Keynote als Vorbild für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträgern. Die Gründer der ARGE Krebs hätten das bereits vor 70 Jahren erkannt und seien damit Pioniere gewesen. Zugleich betonte Laumann, wie wichtig Unterstützung und Gemeinschaft für Menschen mit einer Krebserkrankung seien, und verwies unter anderem auf Reha-Einrichtungen als Orte, an denen diese Unterstützung geleistet werde.

Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln, beleuchtete in seinem Fachvortrag „Gesundheitswesen in der Krise“ die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen und mögliche Ansätze, diesen zu begegnen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitfrage „Wie gelingt eine integrierte Krebsversorgung unter Berücksichtigung medizinischer Innovation und ökonomischer Realität?“ diskutierten Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Thomas Keck, Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs und Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen sowie Dirk Ruiss, Vorstandsmitglied der ARGE Krebs und Leiter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) die Frage, wie medizinischer Fortschritt bei den Menschen ankommen kann und welche Anforderungen sich daraus für die verschiedenen Bereiche und Schnittstellen der Versorgung ergeben.

Auch die Prävention kam beim Jubiläumssymposium der ARGE Krebs nicht zu kurz. Moderator Doc Esser (Dr. Heinz-Wilhelm Esser), Facharzt für Innere Medizin, sowie Fernseh- und Hörfunkmoderator, näherte sich diesem Thema aus der Perspektive der seelischen Gesundheit. Er sprach über Resilienz und darüber, wie sich emotionale Stabilität beispielsweise mit einfachen Mitteln wie Dankbarkeit stärken lässt.

„Was die ARGE Krebs besonders macht, ist die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Seit 70 Jahren bringen wir Kranken- und Rentenversicherung sowie die unterschiedlichen Partner in der Krebsversorgung zusammen, damit bei den Betroffenen möglichst schnell und unkompliziert die richtige Unterstützung ankommt. Je mehr Möglichkeiten die Medizin bietet und je komplexer die Versorgung wird, desto wichtiger wird dieses Miteinander. Nordrhein-Westfalen hat mit diesem Modell früh neue Wege beschritten und gezeigt, dass gute Versorgung dort entsteht, wo Verantwortung gemeinsam übernommen wird. Diesen Weg wollen wir weitergehen und die Versorgung für die Menschen in unserem Land auch in Zukunft aktiv mitgestalten“, sagt Thomas Keck, Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs.

„Ganz besonders Menschen mit onkologischen Erkrankungen benötigen individuelle Unterstützung und Orientierung in der Bewältigung ihrer Erkrankung. Genau hier setzt die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung NRW an, die durch Beratung und Steuerung in die richtige, in der medizinischen Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit ihren spezifischen Krankheitsbildern erfahrene, Rehabilitationseinrichtung an – und das seit 70 Jahren! Darüber, dass wir diese gemeinsam von Renten- und Krankenversicherung getragene Organisation in NRW bereits seit sieben Jahrzehnten und auch in Zukunft für die Menschen in NRW haben, freue ich mich sehr!“, sagt Andreas Woggon, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs.

Seit ihrer Gründung am 5. April 1956 hat sich die onkologische Rehabilitation grundlegend verändert. Was in den Anfangsjahren unter anderem in ehemaligen Lungensanatorien begann, ist heute ein interdisziplinäres Behandlungskonzept. Die ARGE Krebs organisiert die medizinische Rehabilitation von Versicherten nach einer Krebserkrankung in Nordrhein-Westfalen.

Im Jahr 2025 gingen bei der ARGE Krebs rund 38.000 Anträge auf eine onkologische Rehabilitation ein. Rund 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten heute in der Geschäftsstelle in Bochum.

Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung
Gegründet wurde die ARGE Krebs am 5. April 1956, um die Situation der an Krebs erkrankten Sozialversicherten zu verbessern. Sie ist bundesweit die einzige Einrichtung dieser Art und als Arbeits-gemeinschaft im Sozialgesetzbuch verankert.

Mehr Informationen zur ARGE Krebs finden Sie auf www.argekrebsnw.de
Diese Meldung finden Sie auch unter www.argekrebsnw.de

Personen auf dem Foto v.l.n.r.: Dr. Heinz-Wilhelm Esser (Doc Esser), Andreas Gülker, Dirk Ender, Petra Brakel, Karl-Josef Laumann, Thomas Keck, Meik Recker, Prof. Dr. Michael Hallek, Andreas Woggon, Dirk Ruiss, Jan Gleitze
KBS_credit_MelanieGarbas.jpg

Bundesverband Kehlkopf- und Kopf-Hals-Tumore e. V.