Neue Impfordnung in Kraft getreten

Am 08.02.2021 ist die neue Impfverordnung in Kraft getreten.
Werden Krebspatienten zu den ersten geimpften Personen gehören?

Nach Zulassung der Corona-Impfstoffe sollen zunächst verschiedene Personengruppen mit unterschiedlicher Priorität geimpft werden. Eine Priorisierung ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen.

Geregelt wird die Priorisierung durch eine Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG): Sie baut auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) auf. Diese Rechtsverordnung sieht 3 Gruppen vor, deren Angehörige sich mit Priorität impfen lassen können.

Zur Gruppe mit „höchster Priorität“, die den Impfstoff zuerst erhalten, zählen unter anderem

  • alle Menschen ab 80 Jahren
  • Bewohner und Personal von Pflegeheimen
  • Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten
  • Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst
  • beruflich Pflegende von Menschen, mit einem sehr hohen Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, etwa in der Onkologie

Krebspatientinnen und Krebspatienten gehören je nach Erkrankungsverlauf in die 2. oder 3. Gruppe: Sie werden also mit hoher oder erhöhter Priorität gegen Corona geimpft (es sei denn, sie fallen aus anderen Gründen in eine andere Gruppe beispielsweise wegen ihres Alters)

Zur Gruppe 2 mit „hoher Priorität“ zählen Krebspatienten mit bösartigen Blutkrebserkrankungen (Leukämien und Lymphomen) oder behandlungsbedürftigen Organ-Tumorerkrankungen, deren Erkrankung auf eine Behandlung nicht oder (noch) nicht dauerhaft (weniger als 5 Jahre) anspricht.

Zur Gruppe 3 mit „erhöhter Priorität“ zählen behandlungsfreie Krebspatienten, deren Erkrankung seit über 5 Jahren nicht mehr aktiv ist.

Für die Terminvereinbarung in den Impfzentren müssen Krebspatienten ein ärztliches Attest vorlegen, das bescheinigt, zu welcher Gruppe sie gehören. Diese Bescheinigung dürfen ganz allgemein Arztpraxen ausstellen.
Die behandelnen Ärzte beurteilen, ob Krebspatienten zur Gruppe 2 oder 3 bei der Impfpriorisierung gehören.

Angehörige von Krebspatienten gehören nicht automatisch zu einer der vorrangig geimpften Gruppen. Unter folgenden Voraussetzungen können aber 2 enge Kontaktpersonen, die die Krebspatientin oder den Krebspatienten betreuen, mit hoher Priorität (Gruppe 2) geimpft werden:

  • wenn die Krebspatienten älter als 70 Jahre sind
  • wenn (jüngere) Krebspatienten eine Blutkrebserkrankung oder eine behandlungsbedürftige Organ-Tumorerkrankungen haben, deren Erkrankung auf eine Behandlung nicht oder (noch) nicht dauerhaft (weniger als 5 Jahre) anspricht
  • wenn Krebspatienten eine andere Erkrankung haben, aufgrund derer sie mit hoher Priorität geimpft werden.

Wie sieht die Priorisierung praktisch aus? Steht genug Impfstoff zur Verfügung, sollen nach Menschen der Stufe 1 Personengruppen der nächsten Stufen geimpft werden. Zu welchem Zeitpunkt von einer Stufe zur nächsten gewechselt wird, kann noch nicht vorhergesagt werden. Die STIKO weist darauf hin, dass es auch regionale Unterschiede geben kann, abhängig von der Verfügbarkeit des Impfstoffes.

Ab wann gilt die Regelung? Die Impfverordnung trat rückwirkend ab 15. Dezember 2020 in Kraft und ist seit dem 8. Februar 2021 in einer neuen Fassung gültig.

Quellen:
Krebsinformationsdienst
Bundesgesundheitsministerium

Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.