Lymphstau - Lymphdrainage

Lymphstauung bei Krebs des Kehlkopfes, des Rachens oder anderer Kopf- und Halsorgane
Eine Lymphstauung des Gesichtes und des Halses kann auftreten, wenn die Lymphbahnen entfernt werden, die entlang der Halsgefäße verlaufen. Diese Lymphbahnen werden in der Regel dann entfernt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Tumor in die ableitenden Lymphbahnen gestreut haben könnte.

Oft wird nach der Operation eine Bestrahlung angeschlossen, durch die eine Lymphstauung verstärkt werden kann. Manchmal ist eine Operation nicht möglich; dann wird eine Bestrahlung mit einer Chemotherapie kombiniert. Auch hierdurch kann eine Lymphstauung entstehen.

Eine Lymphstauung im Kopf-/Halsbereich führt oft zu einer vermehrten morgendlichen Schwellung, die durch eine erhöhte Schlafposition vermindert werden kann. Im Gegensatz zu einer Lymphstauung im Bereich von Arm und Bein können bei einem Stau im Gesichts- und Halsbereich Umgehungskreisläufe aktiviert werden, die nach und nach die Funktion der entfernten Lymphbahnen übernehmen können. Eine vorsichtige manuelle Lymphdrainage kann diesen Prozess fördern. Innerhalb der bestrahlten Gebiete sollte in den ersten Wochen nach Bestrahlung keine Lymphdrainage erfolgen.

Was ist eine Lymphstauung?
Eine Lymphstauung ist eine Erkrankung des Lymphgefäßsystems. Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. In seltenen Fällen gibt es angeborene Störungen des Lymphabflusses. Häufiger sind jedoch Störungen des Lymphtransportes als Folge von operativen Eingriffen und nach Strahlentherapie. Besonders häufig tritt eine Lymphstauung bei der operativen Behandlung von Kehlkopf- und Rachenkrebs oder nach einer Brustkrebsoperation mit Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle auf.

Behandlung der Lymphstauung:
Bei einer chronischen Lymphstauung wird mehr Lymphflüssigkeit produziert als durch die vorhandenen Lymphbahnen abfließen kann. Ziel einer komplexen Entstauungstherapie ist es, hier ein neues Gleichgewicht zu erreichen. Durch manuelle Lymphdrainage ist es möglich, die Lymphgefäße so zu aktivieren, dass vermehrt Lymphflüssigkeit abgeleitet werden kann und vorhandene Umgehungskreisläufe effektiver arbeiten. Die Behandlung erfolgt durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten in physiotherapeutischen Praxen oder in Rehabilitationskliniken, die auf die Behandlung der Lymphstauung spezialisiert sind.



Bei Bestehen einer Lymphstauung im Kopf Hals Bereich sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:


Vermeiden von Stich- und Schnittverletzungen, Bissen, Kratzern, da eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.
Vermeiden von Abschnürungen, z. B. Armband, Schmuck.
Vermeidung starker Hitze und Kälte (Sauna, klassische Massage, Fango).
Leicht erhöhte Schlafposition zur Förderung des Lymphabflusses.


Manuelle Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist ein physikalisches Behandlungsverfahren, bei dem spezielle Handgriffe großflächig, kreisförmig und gleichzeitig in Richtung der zentripetalwärts (herzwärts) gerichteten Flüssigkeitsströmung der Lymphgefäße so ausgeführt werden, dass eine langsame und druckarme Gewebsverformung resultiert.

Durch häufige Wiederholung der Griffe während einer Behandlung wird die Muskelautomatie der Lymphgefäße (Lymphvasomotorik) so angeregt, dass diese sich noch bis zu Stunden danach verstärkt und häufigere Kontrationen auftreten. Durch monatelange Anwendung wird eine Steigerung der Lymphtransportkapazität erreicht und die Ausbildung von funktionsfähigen Lymphgefäßkollateralen der Haut gefördert. Die Lymphdrainage wird durch Lymphtherapeuten angewendet. Das sind speziell weitergebildete und geprüfte Krankengymnasten und Masseure.

Im Gegensatz zur Lymphdrainage werden bei der klassischen Massage kräftigere und hyperämisierende Gewebsverformungen durchgeführt, welche Ödem verschlimmernd wirken können. Sie ist also zur Behandlung des Lymphödems ungeeignet. Wesentlich ist die abschnittsweise Behandlung des Lymphgefäßsystems, wobei immer zuerst das Mündungsgebiet und dann der jeweils peripher davon gelegene Teil behandelt wird..

Bei Ödemen werden zusätzlich sogenannte Ödemgriffe angewendet, die eine verstärkte Flüssigkeitsaufnahme durch die Lymphkapillaren und die venösen Blutkapillaren bewirken. Der erforderliche Druck ist entsprechend der Ödemkonsistenz sehr unterschiedlich. Vor und nach Anwendung der Ödemgriffe werden jeweils die Lymphdrainagegriffe durchgeführt.

Vorgehen bei der physikalischen Behandlung wird durch den Schweregrad des Lymphödems sowie durch Art und Ausmaß zusätzlich vorhandener Gewebeveränderungen bestimmt. Generell wird die Behandlung in einer stationären und einer ambulanten Phase durchgeführt. In der stationären Phase wird die manuelle Lymphdrainage zweimal täglich über einen Zeitraum von ca. vier Wochen ausgeführt.Die ambulante Phase beinhaltet eine ein- bis dreimalige wöchentliche manuelle Lymphdrainagetherapie und dient der Konservierung und Optimierung des bis dahin erzielten Therapieerfolges.


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