Stimmprothese

Seit ca. 25 Jahren hat der Einsatz eines Shunt-Ventils als eine Möglichkeit zur stimmlichen Rehabilitation von kehlkopflosen Patienten immer mehr Verbreitung gefunden. Bei dieser Methode wird während der Laryngektomie — auf Wunsch auch noch Jahre danach — zwischen Luft- und Speiseröhre ein Einwege-Ventil aus Silikon eingesetzt.

Diese sog. Stimmprothese sorgt dafür, dass trotz Veränderung des Atemweges wieder Lungenluft zur Stimmbildung genutzt werden kann, indem sie die Ausatemluft in die Speiseröhre umleitet. Dort wird der Eingangsmuskel und die umliegende Schleimhaut zur Tonerzeugung in Schwingung versetzt. Darüber hinaus sorgt das Shunt-Ventil dafür, dass die Lunge beim Schlucken von Speisen und Getränken vor Aspiration geschützt wird.

Die chirurgische Stimmrehabilitation schafft eine wichtige Voraussetzung, dass der Prozess des Wieder-Sprechen-Lernens im Regelfall sehr viel schneller erfolgt.

Hat sich der stimmliche Erfolg in der logopädischen Therapie gefestigt, macht ein Tracheostoma-Ventil, das beim Ausatmen automatisch das Tracheostoma verschließt, die Nutzung des Fingers beim Sprechen überflüssig. Auch aus hygienischer Sicht bietet ein Tracheostoma-Ventil deutliche Vorteile, kommt der Anwender doch nicht mehr unmittelbar mit dem austretenden Sekret in Berührung.

Die regelmäßige und sorgfältige Reinigung der Ventile sowie eine optimale Abdichtung des Tracheostomas hat einen entscheidenden Einfluss auf die Stimmqualität und Verfügbarkeit dieser Speiseröhrenstimme. Sie finden in dem folgenden Kapitel alle notwendigen Hilfsmittel, die einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer neuen Stimme leisten.


Bild und Text mit freundlicher Genehmigung der Firmen Servona und Atos-Medical



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