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Rehabilitationsanforderung

Anforderungen an eine Rehabilitations-Klinik für Kehlkopflose, Kehlkopfoperierte sowie radiologisch behandelte Rachen- und KehIkopfkrebs-Erkrankte

Unter dem Begriff ,,Medizinische Rehabilitation" versteht man die Wiederherstellung oder zumindest die wesentliche Verbesserung der Organfunktionen des Menschen. ln ihrem Rahmen sollen Gesundheits- und Funktionsstörungen mit dem Ziel behandelt werden, das physische und psychische Befinden erkrankter Menschen zu stabilisieren, um damit ihre Lebensqualität zu steigern sowie die Wahrnehmung eines angemessenen Platzes in der Gesellschaft und, sofern möglich, im Beruf zu ermöglichen.

Die onkologische Rehabilitation soll gezielt die körperlichen und seelischen Folgen der Tumorerkrankung beseitigen oder mildern helfen.

Die Rehabilitation wird in Rehabilitationskliniken stationär betrieben, die sowohl für die allgemeine Zielsetzung als auch für die jeweilige individuelle Art der Erkrankung geelgnet sein müssen. Auf der Basis eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes sollen diagnostische und therapeutische Leistungen und damit optimale Rehabilitationschancen erbracht werden.

Für Kehlkopflose, Kehlkopfteiloperierte sowie Rachen- und Kehlkopfkrebs-Erkrankte, die radiologisch behandelt wurden, müssen bestimmte notwendige Mindestanforderungen an eine Rehabilitationsklinik erfüllt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von weiteren Anforderungen. Diese sollen im Folgenden dargestellt werden:


Notwendige Mindestanforderung

Personal

Beim Personal sollten grundsätzlich folgende Fachkräfte den Betroffenen zur Verfügung stehen:

[Abbildung] Hals- Nasen- Ohrenärzte
Eine ,,Rund-um-die-Uhr-Betreuung" durch Hals-Nasen-Ohrenärzte sollte vorhanden sein.
[Abbildung] Logopäden
Die Reha-Klinik sollte mindestens 2 Logopäden als Vollzeitkräfte anstellen
[Abbildung] Physiotherapeuten/Lymphtherapeuten
Ferner sollte die Klinik über mindestens 2 speziell geschulte Physiotherapeuten sowie 2 Lymphtherapeuten verfügen
[Abbildung] Ernährungstherapeuten/Onkologe
Zudem sollten jeweils ein Ernährungstherapeut sowie ein Onkologe als Vollzeitangestellter verfügbar sein.
[Abbildung] Sozialarbeiter / Sozialdienst bzw. Psychologe

Funktionalität der Reha-Klink

Um dem Betroffenen die Möglichkeit einzuräumen, bestmögliche individuelle Ergebnisse zu erzielen sowie darüber hinaus notwendige Rahmenbedingungen bereit zu stellen, sollte eine Reha-Klinik zudem folgende Forderungen erfüllen

[Abbildung] Untersuchungs-und Logopädieräume
Es sollten apparativ voll ausgestattete Untersuchungsräume für Hals-Nasen- Ohren-Erkrankungen sowie Räumlichkeiten für ungestörte logopädische Therapien zur Verfügung stehen.
[Abbildung] Einzelzimmer
Bereitstellung von Einzelzimmern für ungestörte Sprechübungen des Patienten und Sicherstellung regelmäßiger Absaug- und lnhalationsmöglichkeiten
[Abbildung] Erreichbarkeit einer Akutklinik
Die nächstmögliche Hals-Nasen-Ohren-Akutklinik sollte innerhalb von 10 Minuten bei fulminanten Blutungen und anderen Notfällen erreichbar sein.
[Abbildung] Klinikprospekt
Ein Klinikprospekt mit Darstellung der Angebote für Kopf-Hals-Tumor-Patienten sollte stets vorrätig sein.

Therapien

[Abbildung] Ärztliche Tätigkeit

[Abbildung] Untersuchungen: Durchführung von Untersuchungen mit den erforderlichen speziellen Techniken, auch lupenendoskopisch und videoaufgezeichnet.
[Abbildung] Behandlung bei Blutungen und Borkenbildung. ,,Rund-um-die-Uhr-Betreuung" innerhalb der Klinik einschl. der Möglichkeit der kurzfristigen Behandlung von Blutungen und Borkenbildung am Tracheostoma und im Trachealbereich
[Abbildung] Wechsel von Stimmprothesen: Es muss die Möglichkeit bestehen, Stimmprothesen zu wechseln.

[Abbildung] Logopädie

[Abbildung] Stimmtherapie: Mindestens einmal täglich sollte eine Stimmtherapie durchgeführt werden. Hierfür kommen folgende Bereiche in Betracht:

[Abbildung] Oesophagus-Ersatzstimme
[Abbildung] Handhabung der elektronischen Sprechhilfe
[Abbildung] Umgang mit der Stimmprothese (Shunt-Ventil)

[Abbildung] Schlucktraining: Bei Schluckbeschwerden ist Schlucktraining durchzuführen.

[Abbildung] Krankengymnastik
Es sind spezielle Übungen für den Schulter-Nacken-Bereich bzw. zur Verbesserung der Schulter-Arm-BewegIichkeit durchzuführen.

[Abbildung] Massagen

[Abbildung] Schulter-Nacken-Massagen: Es sind Massagen durchzuführen, insbesondere für den Schulter-Nacken-Bereich.
[Abbildung] Akupunktur: Es muss die Möglichkeit der Akupunktur als Narbenbehandlung bestehen.

[Abbildung] Lymphdrainagen
Durchführung gezielter Lymphdrainagen im oberen Lymphabflussgebiet
[Abbildung] Inhalationen
Möglichst 2x täglich im Abstand von mindestens 4 Stunden
[Abbildung] Ernährungsberatung
Es ist Ernährungsberatung für die Patienten nach der Krebserkrankung anzubieten.
Speziell kommen hierbei in Betracht;

[Abbildung] Kostaufbau bei Schluckstörungen
[Abbildung] mit Sondenernährung und parenteraler Ernährung
[Abbildung] medikamentöse Begleitbehandlung bei Therapiefolgestörungen

[Abbildung] Medikamentöse Therapieverfahren
Durch einen Onkologen soll die Möglichkeit bestehen, medikamentöse Therapieverfahren einzuleiten bzw. fortzuführen.

Kontakt zu Selbsthilfeqruppen

Schaffung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen innerhalb der Klinik

Weitere Anforderungen

Schmerztherapie

[Abbildung] Standardmöglichkeiten
Wahrnehmung der Standardmöglichkeiten zur Schmerzbehandlung
[Abbildung] Schmerztherapeut
optimal ist der Einsatz eines ärztlichen Schmerztherapeuten

Psychoonkologie

[Abbildung] Krankheitsbewältigung
[Abbildung] Umgang mit der Behinderung
[Abbildung] Angehörigen- Einbeziehung

Sozialdienst

[Abbildung] Hilfe durch einen Sozialarbeiter bei Antragstellung für folgende Bereiche:

[Abbildung] Sozialhilfe
[Abbildung] Rente
[Abbildung] Anerkennung als Berufserkrankung
[Abbildung] Ausweis für Menschen mit Behinderungen mit dem Grad der Behinderung und den Merkzeichen RF und G
[Abbildung] Rehabilitationsmaßnahmen

Wassertherapie

Wassertherapie mit Bewegungstherapie unter Einsatz eines Wassertherapiegerätes zur Verbesserung der Hals-Schulter-Beweglichkeit, einer Erleichterung von Sozialkontakten sowie zur Steigerung der Lebensqualität

Vorträge

Vorträge über Themen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Onkologie unter besonderer Berücksichtigung der Nachsorge und des Selbstbestimmungsrechts

Einzelgespräche

Einzelgespräche für Patienten und Angehörige

Entspannungstherapie

[Abbildung] Autogenes Training
[Abbildung] Progressive Muskelrelaxion

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