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Logopädie

Ersatzstimme: Auch ohne Kehlkopf sprechen
Ist die Entfernung des Kehlkopfs unvermeidlich, bedeutet das nicht das Ende der Fähigkeit zu Sprechen. Verschiedene Methoden ermöglichen die sprachliche Kommunikation auch ohne Kehlkopf. Dazu beginnt noch während des Aufenthalts im Krankenhaus das Erlernen der so genannten Pseudo-Flüsterstimme. Um die Operationswunde zu schonen, lernt der Patient von den Lippen zu lesen.

Im nächsten Schritt, nach dem Abheilen der Wunde, beginnt das Erlernen einer Ersatzstimme. Patient, Ärzte und Logopäden finden gemeinsam heraus, welche Technik im Einzelfall geeignet ist. Empfehlenswert ist es jedoch sich nicht auf eine Methode zu verlassen, sondern alle drei Sprechweisen zu beherrschen.

Operative Verfahren:
Zu den körpereigenen Ersatzstimmen zählt das Sprechen mit einem Ventil. Dazu verbindet eine Prothese dauerhaft die Luft- und Speiseröhre. Sie ist bei jedem Patienten nach der Kehlkopfentfernung vorhanden. Die Prothese aus körpereigenem Gewebe oder mit einem Plastikröhrchen enthält eine Membran, die die Funktion der Stimmlippen übernimmt. Um sprechen zu können, wird zunächst das sichtbare, außenliegende Tracheostoma mit einem Ventil versehen. Um Luft aus der Luftröhre in die Speiseröhre hineinzupressen, wird das Ventil mit dem Finger verschlossen. Die in den Mundraum gelangte Luft wird nun in Schwingungen versetzt und der Patient kann sich artikulieren.

Der Vorteil: Auf diese Weise steht viel Luft für das Sprechen zur Verfügung. Und oft ist diese Ersatzsprache besser verständlich als die Speiseröhrenstimme oder das Sprechen mit der elektronischen Sprechhilfe. Allerdings muss der Patient, um sprechen zu können die Luftröhrenöffnung nach dem Einatmen mit dem Finger verschließen. Seit einiger Zeit gibt es Spezialkanülen, mit denen einige Patienten das fingerfreie Sprechen erlernen können.

Die Speiseröhrenstimme:
Eine weitere Möglichkeit für Kehlkopfoperierte, das Sprechen neu zu lernen, stellt die so genannte Speiseröhrenstimme (lat. Ösophagustimme) dar. Bei der Rülpsstimme - der Name ist an die Technik der Sprechweise angelehnt - lernen die Betroffenen Zunge und Unterkiefer so zu bewegen, dass Luft in den oberen Bereich der Speiseröhre gelangt. Diese können sie dann dosiert ausstoßen und mit Hilfe dieses Luftstroms Sprechlaute erzeugen. Der Eingang zur Speiseröhre übernimmt dabei die Funktion der Stimmbänder.

Elektronische Sprechhilfen:
Die elektronische Sprechhilfe basiert auf einem Schwingungsgenerator. Der Generator erzeugt Vibrationen, die durch Anlegen an den Hals auf den Rachen und die Mundhöhle übertragen werden und so eine Lautbildung ermöglichen. Dabei fungiert die am Kopf des Geräts befindliche Membran als Ersatz für die Stimmlippen. Neuere Geräte verleihen einer solchen apparativen Ersatzstimme sogar verschiedene Tonlagen.

Prinzipiell hat jeder Patient die Chance, das Sprechen nach einer Kehlkopfentfernung zu erlernen. Die Stimmfunktion ist jedoch niemals dieselbe wie vor der Operation.

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