Hausarztmodell
Das Hausarztmodell - so funktioniert es in der Praxis. Mitmachen durch Einschreiben
Patienten ab dem vollendeten 18. Lebensjahr können sich über eine Teilnahmeerklärung bei ihrem Hausarzt oder direkt bei der Krankenkasse freiwillig in ein Hausarztmodell einschreiben. Was bedeutet das?
- Patienten verpflichten sich, mindestens ein Jahr lang immer zuerst zu ihrem Hausarzt zu gehen. Die Krankenkasse kann eine spezielle "Hausarzt-Card" anbieten, die Patienten als Teilnehmer am Hausarztmodell ausweist.
- Ambulante fachärztliche Leistungen erfolgen nur auf Überweisung des gewählten Hausarztes.
- Der Hausarzt ist vom teilnehmenden Patienten autorisiert, Untersuchungsergebnisse und Befunddaten zu erheben und an Fachärzte weiterzureichen.
- Ein Wechsel des gewählten Hausarztes ist innerhalb dieses Zeitraums nur aus wichtigem Grund möglich, zum Beispiel wenn das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört ist.
Bei der Suche nach einem Hausarzt hilft die Krankenkasse, zum Beispiel durch ein eigens hierfür angelegtes Ärzteverzeichnis. Für die Teilnahme an einem Hausarztmodell kann die Krankenkasse ihren Versicherten einen Bonus geben - zum Beispiel Befreiung von der Praxisgebühr oder andere Bonusleistungen (§65a SGB V).
Orientierung durch Erstuntersuchung
Im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung nimmt der behandelnde Hausarzt zunächst eine gründliche Untersuchung vor. Er fragt nach aktuellen und weiter zurückliegenden Erkrankungen und erkundigt sich nach der familiären und beruflichen Situation des Patienten. Teil des Hausarztprogramms kann darüber hinaus auch ein Präventionsplan sein. Dieser sieht beispielsweise eine individuelle Ernährungs- und Bewegungsberatung vor.
Verlässlichkeit im Krankheitsfall
Bei akuten Beschwerden oder körperlichen Problemen geht der Patient immer zuerst zum Hausarzt. Dieser lässt sich ausführlich die Symptome beschreiben und hinterfragt mögliche Auslöser für die Beschwerden - Lebenssituation, Umwelteinflüsse u. a.. Der Hausarzt nimmt eine erste Untersuchung vor und erstellt eine Diagnose. Er erinnert außerdem an regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen.
Erfolgreiche Behandlung durch gezielte Überweisung
Der Hausarzt entscheidet in Abstimmung mit dem Patienten, ob beziehungsweise welcher Facharzt hinzugezogen werden soll. Die hierfür notwendige Überweisung bekommt der Patient unmittelbar ausgehändigt. Die Terminkoordination wird gleichfalls in der Hausarztpraxis von den Sprechstundenhilfen übernommen.
Optimaler Überblick durch Dokumentation in einer Hand
Die Untersuchungsergebnisse der fachärztlichen Behandlung gehen an den Hausarzt und werden von diesem dokumentiert. Er entscheidet über das weitere Vorgehen und achtet darauf, dass die Arzneimittelverordnungen aufeinander abgestimmt sind und unnötige Doppeluntersuchungen (zum Beispiel Röntgenuntersuchungen) vermieden werden.
Qualitätssicherung durch Fortbildung
Hausärzte bilden sich regelmäßig speziell für die hausärztliche Versorgung fort. Ärzte, die an einem Hausarztmodell teilnehmen, besuchen beispielsweise Veranstaltungen des Instituts für ärztliche Fortbildung des Deutschen Hausärzteverbandes. In so genannten Qualitätszirkeln findet außerdem ein regelmäßiger Austausch mit Kolleginnen und Kollegen statt.
Fazit
Hausarztmodelle stehen für eine optimal abgestimmte medizinische Versorgung der Patienten. Die damit erzielte Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung geht einher mit einer Stärkung der partnerschaftlichen Rolle der Hausärzte. Patienten fühlen sich noch besser verstanden und können darauf vertrauen, die bestmögliche Versorgung zu erhalten.